Klänge, die sich fühlen lassen

Norbert Hoppermann, Leiter des Fachbereichs Kirchenmusik im Erzbistum Hamburg


Am 22. September 2019 wurde die neue Friedensorgel im Kleinen Michel in der Hamburger Neustadt geweiht. Aus Materialien der beiden Vorgängerorgeln, Gebrauchtpfeifen und Neuregistern ist eine komplett neue Orgel entstanden. Der Name „Friedensorgel“ erinnert an die Geschichte der Neustadt und des Kleinen Michel und soll ein Zeichen für Dialog und Toleranz setzen. Norbert Hoppermann, Leiter des Fachbereichs Kirchenmusik, beschreibt im Interview, wie Kirchenmusik den Kontakt zu den Menschen fördert.

Katholisch in Hamburg: Was zeichnet die neue Orgel für den Kleinen Michel vor allem aus?

Unser Ziel war es nicht, eine große neue Orgel für den Organisten zu bekommen, sondern ein Instrument, das zum Kleinen Michel und seinem Standort in der Hamburger Neustadt passt. Dieses Ziel umzusetzen, war für uns wie ein Auftrag aus der Geschichte in die Zukunft: Der Kleine Michel war immer Zuflucht, Gebetsort und geistliche Heimat für Menschen verschiedener Kulturen und Nationen und ist es heute noch. Der Kleine Michel liegt mittendrin in der Stadt, die verschiedensten Menschen kommen – auch zufällig – in die Kirche und entdecken sie quasi im Vorbeigehen. Die kulturelle Vielfalt unter den Katholiken am Kleinen Michel ist für uns eine Motivation für ein friedliches, tolerantes Zusammenleben der verschiedenen Kulturen in dieser Stadt.

Katholisch in Hamburg: Wofür steht der Name „Friedensorgel“ konkret?

Der Name „Friedensorgel“, dem die Stifterin der Orgel Ute Louis ausdrücklich zugestimmt hat, steht für ein Instrument, das im Dienst des Dialogs steht und ein Zeichen setzt für kulturelle Offenheit, Zusammenarbeit mit anderen Religionen und für Frieden und Toleranz. Kultur ist der Grund und Boden, auf dem wir unser Zusammenleben organisieren, wie wir das Miteinander pflegen, wie wir Menschen zu Wort kommen lassen. Und gerade in Zeiten der Veränderung birgt Kultur die Möglichkeit, den verschiedensten Anliegen Ausdruck zu verleihen und diese auf die Bühne zu bringen. Dazu wollen wir mit der Friedensorgel, der Kirchenmusik und den anderen kulturellen Veranstaltungen rund um den Kleinen Michel einen Beitrag leisten. Ein Freundes- und Förderkreis setzt dieses Thema zurzeit mit unterschiedlichen Veranstaltungen und Projekte um.

Katholisch in Hamburg: Wie hilft Kirchenmusik dabei, mit den Menschen in Kontakt zu treten?

Schon der Klang der Orgel in der Kirche sorgt bei den Zuhörern für ein besonderes Raumerlebnis, Klänge lassen sich regelrecht fühlen. Menschen können auf die unterschiedlichste Weise mit der Musik in Kontakt kommen und können sich das heraussuchen, was sie mögen, vom reinen Zuhören bei einem Konzert bis hin zum aktiven Mitmachen in einem unserer Chöre. Wir freuen uns immer über Menschen, die daran Interesse haben. In Chören kommen unterschiedlichste Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht nie getroffen hätten, lernen sich kennen und haben die Möglichkeit, etwas gemeinsam zu machen. Bei uns braucht man schon etwas Vorkenntnisse: eine gesunde Stimme, Chorerfahrung und Lust, die Lesefähigkeit zu verbessern. Es ist immer bereichernd, wenn sich ein Chor weiterentwickelt.
Kontaktadresse: hoppermann@erzbistum-hamburg.de

Termine der Chorproben:
Vokalensemble conSonanz: dienstags von 19 bis 20 Uhr,
Kammerchor CANTICO: ca. 10 Sonnabendtermine pro Jahr, 10 bis 17 Uhr,
Domchor: in der Regel dienstags um 19.30 Uhr,
Chor takt-los: donnerstags von 20 bis 22 Uhr, Kontakt: info@chor-takt-los.de